09.12.2019 08:00 Alter: 113 days

Freiheit beginnt im Kopf

Projekttag in der Abteilung 3 für Schüler, Lehrer und Sozialarbeiter


Ganz herzlich bedankt sich die Klasse der Berufsfachschule Grundbildung Plus bei MIND prevention für die Projekttage am 11.11. und 9.12.2019. In Theaterszenen und kontroversen Diskussionen wurde über das Zusammenleben der Geschlechter, der Familie und der Kulturen lebhaft debattiert. „Ich habe gelernt, dass man über Probleme in der Familie reden muss. Dann kann man sich verstehen“, meint F. nach Abschluss der Veranstaltung.
Das Besondere war, dass vier Erwachsene mit Migrationshintergrund aus verschiedenen Ländern gekommen waren, die schon lange in Deutschland leben und hier studiert haben. Sie kennen also die Probleme zum Beispiel aus der Familie, wo noch immer oft der Vater das Oberhaupt ist, mit strenger Autorität regiert und wenig Freiheit lässt. Gezeigt wurde in Rollenspielen, wie Familienmitglieder bei Konflikten miteinander umgehen. In den anschließenden Diskussionen ging es dann darum, dass man auch freundschaftlich-demokratisch miteinander umgehen kann. Man muss es bloß versuchen. „Man muss Vertrauen und Respekt haben, auch gegenüber Frauen, und auch, wenn man verschiedene Meinungen hat!“, sagt M. Er kennt die Probleme aus eigener Anschauung, weil es auch mit seiner Freundin manchmal nicht leicht ist z.B. über Religion zu sprechen.
A. fasst ihre Erlebnisse so zusammen: „Wir müssen Respekt vor anderen haben, egal ob Moslem oder Christ. Und wir sollen vor unseren Eltern keine Angst haben. Wir können normal miteinander sprechen und unsere Meinung sagen – das habe ich gelernt. Denn ich hatte Angst vor meinen Eltern und Geschwistern. Das muss nicht sein.“ – „Am Anfang“, so äußert sich A., „gibt es oft Probleme, wenn ein Christ und ein Moslem zusammen sind. Aber später wird es gut, wenn man redet und sich akzeptiert. Hier in Deutschland ist alles ganz anders als bei uns in der Heimat. Hier redet man und überlegt, was man machen kann. Ich freue mich, dass wir so etwas in der Schule haben!“ Und A. sagt: „Man muss erst hören, bevor man eine Person beurteilt. Und Respekt vor den anderen haben.“ S. hat vor allem gelernt, dass in Deutschland die Gleichstellung von Frauen und Männern gilt und sie hat sich besonders darüber gefreut, dass man mit Fremden gemeinsam lachen und reden kann wie mit Freunden und über einen neuen Weg diskutieren kann.
Nach den Veranstaltungen mit den Schülerinnen und Schülern aus der Klasse fand auch eine Weiterbildung für die Schulgemeinde statt. Informiert wurde darüber, dass die ausländischen Jugendlichen viel lernen müssen über Deutschland und das hiesige Umgehen miteinander. Freiheit muss man erst lernen – so das Fazit.

S. Brünig


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